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    The Grateful Dead

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    Grateful Dead (englisch für Dankbare Tote) war eine 1965 gegründete US-amerikanische Rock-Band aus San Francisco um den Frontmann Jerry García, die eine wichtige Rolle in der US-amerikanischen Musikszene und Gegenkultur einnahm.

    Bekannt wurde Grateful Dead als eine der ersten Bands des Psychedelic Rocks und als Jamband mit annähernd 3000 Konzerten. Zudem war Grateful Dead eine der ersten Bands, die das Mitschneiden von Konzerten erlaubten (aber nicht den Handel mit den Mitschnitten). Der Schwerpunkt ihrer späteren Musik lag beim Country- und Folkrock, die sie mit anderen Musikgenres kombinierten.

    Stetige Mitglieder der Band waren Jerry García, Bob Weir, Phil Lesh und Bill Kreutzmann. Insbesondere die Position des Keyboarders war unbeständig und wurde in der dreißigjährigen Bandgeschichte von sechs verschiedenen Musikern besetzt. Auch nach dem Tod des Bandleaders García war die Band unter dem Namen The Dead noch einige Jahre aktiv. Die ehemaligen Mitglieder sind in unterschiedlichem Umfang noch musikalisch aktiv.

    Im Laufe der 30-jährigen Karriere mischte die Band eklektizistisch verschiedene Stilrichtungen. Grateful Dead verarbeitete Einflüsse von Bluegrass, Jazz (insbesondere John Coltrane), Blues, Folk-Rock, Country-Rock, Space Musik und nicht zuletzt Psychedelic Rock.

    Jeder der Musiker hatte andere musikalische Wurzeln und Vorlieben. Während García und Weir aus der Folk- und Bluegrassszene kamen, und García zusätzlich vom Rock ’n’ Roll angetan war, interessierte sich Lesh für Kunstmusik, wofür er auch Violine lernte, Neue Musik, Jazz und elektronische Instrumente. Pigpen hatte bedingt durch seinen Vater Blues- und R’n’B-Wurzeln und interessierte sich zudem für Gospel, während Kreutzmann einen Rockhintergrund besaß. Hart interessierte sich für jegliche Form von Perkussion. Die Liveauftritte der Band sind durch lange Improvisationen gekennzeichnet, die von einem in den anderen Song überleiten. Songs wie Dark Star erreichten auf der Bühne nicht selten eine Länge von 30 Minuten. Stetiger Bestandteil der Shows waren die sogenannten Drums und Space. Bei Drums handelte es sich um Soli der beiden Drummer Kreutzmann und Hart, während mit Space die Improvisation der anderen Musiker bezeichnet wurde. Diese Teile wurden bei Livealben meistens weggelassen, bis mit Infrared Roses ein Album aus diesen Parts zusammengestellt wurde.

    Während die Liveshows der Band ausufernde Improvisationen boten und sich musikalisch zwischen Folk, Blues und Rock bewegten, spiegelten die frühen psychedelischen Alben Anthem of the Sun und Aoxomoxoa akustisch die Drogenerfahrungen der Band. Die Musik montierte man im Studio aus zahlreichen Konzert- und Sessionaufnahmen mit elektronischen Klängen zu „bizarren Collagen, bei denen Tonschocks und Horrorminiaturen den Fluss der Musik oft empfindlich störten.“ Die Verkaufszahlen der experimentellen Alben waren zunächst sehr mäßig. Erst mit dem fünften Album Live/Dead konnten Gewinne gemacht werden, bevor in den 70ern mit Workingman’s Dead und American Beauty ein kommerzieller Durchbruch gelang. Beide Alben zeigen eine Abkehr von psychedelischem Rock zurück zur Folk- und Countrymusik, die stets eine Wurzel der Band blieben.

    Nach Pipgens Tod trugen die Neuzugänge Keith und Donna Godchaux zu einem neuerlich veränderten Bandsound bei. Mit der Sängerin Donna Godchaux kam das erste und einzige Mal eine Frau in die Band. Die Band blieb bei den nächsten Alben bei einem Mix aus Country, Folk und psychedelischem Rock. „Der Folk Rock hatte nun den zarten, pulsierenden Drive der Allman und Doobie Brothers absorbiert.“ Auf dem Album Blues for Allah aus dem Jahr 1975 wurden dem Bandsound Jazz- und Artrockklänge hinzugefügt. In den folgenden Jahren orientierte sich die Band wieder am bewährten Folkrock und Westcoastmusik.

    Als das Ehepaar Godchaux die Band verließ und durch Brent Mydland ersetzt wurde, wurde die Band um eine hohe Harmoniestimme bereichert, zudem erhielt wieder eine Hammond-B3-Orgel wie auch ein Synthesizer Einzug ins Klangbild der Band. Dem Live-Doppelalbum Reckoning, das eine rein akustische Aufführung von Dead-Songs und Country-Blues Klassikern bot, wurde 1981 noch im gleichen Jahr mit dem Dead Set ein elektrisches Konzert als Doppelalbum zur Seite gestellt. Mit dem Studiorockalbum In the Dark konnte die Band 1987 ihren größten kommerziellen Erfolg feiern. Die Single Touch of Grey erreichte eine Topplatzierung in den Charts. Dies wurde jedoch 1995 vom 74er Album Skeletons from the Closet: The Best of Grateful Dead überboten, als die Best-of-Kompilation dreifaches Platin erreichte.

    Trotz dieses Erfolgs sind sich die Kritiker einig, dass die Band ihr Potenzial nur live ausschöpfen konnte.

    Durch ihre Tourneen und Liveshows gilt die Band Grateful Dead als Pionier der Jambands, die zudem so viele freie Konzerte wie keine andere Band gab und dabei den musikalischen und kulturellen Geist und die Gegenkultur von San Francisco repräsentierte.

    Während die Band in Europa nicht mehr besonders wahrgenommen wird, gehören ihre Songs in den USA, wo sie 17,5 Millionen Alben verkauft hat, nach wie vor zum Programm der Radiostationen. Auch wird in den verschiedenen Medien auf die Band und besonders auf García angespielt. Dazu gehören die Dilbert-Comicstrips von Scott Adams oder Sitcoms wie Roseanne oder Die wilden Siebziger. Auch in so unterschiedlichen Kinofilmen wie Spider-Man 2, Color of Night, Little Miss Sunshine, Fletcher’s Visionen, Cocaine Cowboys oder Footloose wird auf die Band Bezug genommen. Des Weiteren haben die Band oder einzelne Mitglieder bei den Soundtracks von Filmen wie Zabriskie Point, Apocalypse Now, Die Maske, Masked and Anonymous, Die Braut, die sich nicht traut oder auch Die Träumer aus dem Jahr 2003 mitgewirkt. Daneben standen die Mitglieder selber auch vor der Kamera. Dies waren zumeist Dokumentarfilme wie Woodstock – 3 Tage im Zeichen von Liebe & Musik, Festival Express oder Gimme Shelter, aber auch Kino- und TV-Filme wie Petulia oder Fear and Loathing in Las Vegas.

    Das Musikmagazin Rolling Stone nahm die Alben Live/Dead, American Beauty, Workingman’s Dead und Anthem of the Sun in die Liste der Die 500 besten Alben aller Zeiten auf und wählte Jerry García in die Liste der besten 100 Gitarristen aller Zeiten. Laut Rolling Stone gehören zudem die Cover der Alben Aoxomoxoa und „American Beauty“ zu den 100 besten. Die Songs Dark Star und Uncle John’s Band aus der Feder von García und Hunter wurden darüber hinaus ebenso wie 12 Bandmitglieder in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

    Nachdem die Band zunächst keine Singleauskopplungen in Betracht gezogen hatten, wurden sie vom damaligen Direktor von Warner Bros. Records Joe Smith dazu überredet. Die Singles hatten jedoch nur mäßigen Erfolg. Erst beim Erfolgsalbum In the Dark konnte mit Touch of Grey die erste und einzige Topplatzierung in den Charts erreicht werden. Aus diesem Anlass war der Song der erste, zu dem die Band ein Musikvideo aufnahm. Die nachfolgende Single Hell In A Bucket erreichte noch eine Platzierung unter den Top Ten, genauso wie die Auskopplung Foolish Heart vom Album Built to Last; keine der Singles erreichte jedoch den Erfolg von Touch of Grey. Bisher erhielten die Alben von Grateful Dead 19 Mal die Goldene Schallplatte, sechsmal Platin und viermal Mehrfachplatin in den USA.

    Keines der Bandmitglieder hatte eine besondere Affinität zur Computer- und Netzwerktechnik. Trotzdem ist die Band in mehrfacher Hinsicht Bestandteil der Entwicklung des Internets. Das liegt vor allem an den Deadheads, die oftmals aus Ingenieursstudiengängen kamen. Auch die Nähe zu den Entwicklungsstätten des Silicon Valley trug zur Nutzung neuer Techniken bei. Im einflussreichen früheren Mailboxsystem The WELL gab es schon bald ein eigenes Diskussionsforum, die Grateful Dead Conference. Eine der ersten Newsgroups des Usenet war rec.music.gdead.

    Im Gegensatz zu den vielen modernen Musikern, die Bootlegs mit allen juristischen Mitteln verfolgen, hat Grateful Dead einen anderen Weg beschritten. Wie andere Bands ihrer Zeit erlaubten sie, dass die Fans Konzerte mitschnitten und ihre dafür benötigten Mikrofone aufstellen durften. Nicht die Musiker, sondern die Bühnencrew erhob nach einer gewissen Zeit Einspruch dagegen, da die unzähligen Mikrofone ihnen die Arbeit erschwerten. Deshalb wurden für die Fans spezielle Bereiche hinter dem Soundboard abgetrennt („taping areas“), wo die Fans ihre portablen Anlagen zum Mitschneiden der Konzerte aufbauen konnten. Für diesen Bereich benötigten sie ein tapers ticket. Diese Aufnahmen wurden bzw. werden zwischen den Fans getauscht; etliche sind auch auf Platten oder CDs veröffentlicht. Dies war erlaubt, solange kein Gewinn damit erzielt wurde. Trotz dieser Vorgehensweise gehörte Grateful Dead über viele Jahre zu den bestverdienenden Bands in den USA.

    Mit dem Aufkommen des MP3-Formats und der ersten Tauschbörsen war schlagartig die Digitalisierung und weltweite Verbreitung ungeheurer Mengen an Musik möglich. Grateful Dead reagierte darauf als erste mit einer Geschäftspolitik, die ihre mitschneidefreundliche Haltung ins Internet erweiterte und zum Vorbild für andere Bands wurde. In der Folge entstanden mehrere Websites, die sich um die Verbreitung der Musik kümmerten. Über Jahre hinweg gab es Überlegungen der Band, die eigenen Konzertmitschnitte („Vault“) über das Internet zu verkaufen. Die Streitereien erledigten sich mit dem Ende der Dotcom-Blase. 2004 hat die Band als Veröffentlichungsort Apples iTunes Music Service und eine eigene Internetpräsenz gewählt.

    Ende November 2005 schien sich zunächst ein Wandel der freundlichen Einstellung gegenüber Bootleggern abzuzeichnen: Angeblich auf Drängen der verbliebenen Band-Mitglieder nahm das Internet Archive, das bis dahin eine Vielzahl an Grateful-Dead-Bootlegs zum Download anbot, die Aufnahmen, die direkt am Mischpult aufgezeichnet wurden (sogen. „Soundboard Recordings“ oder „Soundboards“) komplett vom Netz; Aufnahmen, die mit externen Mikrofonen gemacht wurden (auch als „Audience Recordings“ bezeichnet), standen nicht mehr zum Download, sondern nur noch als Live-Stream zur Verfügung.

    Nach dem Protest der Fanbasis wurde diese Entscheidung Anfang Dezember 2005 wieder teilweise rückgängig gemacht: In einem Posting auf seiner Homepage erklärte Bassist Phil Lesh, nichts von der Entscheidung, die zum Stopp der Downloads geführt hatte, gewusst zu haben, und dass er die freie, nicht-kommerzielle Verbreitung der Musik durch die Fans befürworte. Das Internet-Archiv wiederum gab an, sich offenbar geirrt zu haben, als es glaubte, mit seinen Aktionen den Wünschen der Band nachzukommen. Die Audience Recordings stehen seitdem wieder zum Download bereit; Soundboards, die sich zuvor ebenfalls herunterladen ließen, sollen allerdings nur noch als Streams angeboten werden.